Der innere Schweinehund. Wie der wohl aussieht? Und warum wir den so nennen? Es scheint, dass wir unsere inneren Glaubenssätze gern jemand oder etwas – dem kleinen Schweinehund – zuschreiben wollen. „Ich würde ja gern, aber ich kann meinen inneren Schweinehund nicht überwinden“, so hört man oft. Dieses kleine Schweinchen kriegt man auch einfach nicht zu fassen.
Ich denke es ist Zeit den Schweinehund in die Fantasiewelt zu entlassen und uns einzugestehen, dass wir selbst es sind, die uns im Weg stehen. Um genau zu sein sind es unsere Glaubenssätze, die uns an vielen Stellen im Leben behindern. Und weil da so viele wunderbare Möglichkeiten in der Welt sind, möchte ich dich einladen deine Glaubenssätze zu hinterfragen und sie am besten gleich zu verändern.

Dafür habe ich nicht genug – bitte ein Wort deiner Wahl einfügen –

Ich würde so gern endlich richtig Französisch zu lernen, mich vegan zu ernähren, früher aufzustehen, nicht mehr so viel Kaffee zu trinken, etc.
Aber dafür habe ich nicht genug Disziplin, Zeit, Geld, Muse, Unterstützung, etc.  
Tja, da kann man nichts machen. So sehr man sich anstrengt, man schafft es einfach nicht.
Ich bin mir sicher, dass kennen viele von euch.  Es ist quasi die ultimative Ausrede schon bevor man überhaupt eine Anstrengung unternommen hat. Super bequem!
Allerdings nur auf kurze Sicht. Solche Glaubenssätze halten uns nicht nur davon ab Sprachen zu lernen, sondern auch von noch wichtigeren Dingen wie endlich den Lebenstraum zu verfolgen, die schlechte Beziehung zu beenden oder sein Herz für Neues zu öffnen.  Und genau da wird die langfristige Auswirkung der Glaubenssätze klar – sie schränken uns in unseren Möglichkeiten und unserer Vielfalt ein!
Wenn man mal näher hinschaut stellt man oft fest, dass die Glaubenssätze nicht wirklich mit Fakten hinterlegt sind.  Wenn du mal überlegst fallen dir ganz sicher viele Beispiele ein bei denen du deine Disziplin und meine Ausdauer unter Beweis gestellt hast oder bei denen du dir Zeit genommen hast.
Wenn man etwas wirklich will, dann kriegt man das auch hin. Unsere Willenskraft ist so stark, dass sie uns fast alles ermöglichen kann – sogar das Ablegen alter, verbrauchter Glaubenssätze.
Trotzdem sind wir alle unterschiedlich und die Motivation warum wir etwas beginnen oder aufhören wollen, spielt eine riesige Rolle.
Also hier noch ein paar nette Beispiele von Glaubenssätzen, mit denen wir uns das Leben schwer machen.

Das Leben ist kein Ponyhof

Du hast dir etwas in den Kopf gesetzt und willst es unbedingt erreichen? Dein Ziel ist aber etwas zu schön um wahr zu sein? Dann kommst du nicht umhin, dass dir früher oder später jemand einmal diesen Vers an den Kopf wirft. Blöd ist es aber nur, wenn du das selbst bist. Wir alle haben versteckte Glaubenssätze darüber was möglich ist und was nicht. Gerne sagt man sich in solchen Momenten im inneren Dialog „Jetzt mal realistisch sein. Schön auf dem Teppich bleiben.“ Wir lernen, dass wir nicht zu hoch hinaus wollen sollten und das wir uns nicht alles aussuchen können. Man kann nicht immer Spaß haben. Das Leben ist ja schließlich kein Ponyhof. Da hätte man Spaß….Im Leben aber nicht. So ein Quatsch! Ich glaube es ist Zeit diesen Glaubenssatz zu hinterfragen. Warum kann man denn nicht immer Spaß haben? Was für Auswirkungen hat es, wenn du etwas tust, was dir keinen Spaß macht? Die letzte Frage ist leicht zu beantworten – schließlich waren wir ja alle schon mal in den „Anti-Ponyhof-Sphären“ des Lebens. Und wir wissen wie sich das auf unsere Laune und auf unsere Inspiration auswirkt. Deshalb plädiere ich für mehr Ponyhöfe. Zumindest im Kopf 🙂

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Alles was man nicht als Kind gelernt hat, kann man nur noch unter größter Anstrengung im Erwachsenenalter lernen. Also Chance verpasst. Ich werde niemals Klavier spielen, singen, Poker spielen oder vernünftig Französisch sprechen. Der Zug ist abgefahren. Deshalb ist älter werden auch ganz furchtbar. Denn ab 30 – so der Mythos – entwickelt sich das Hirn nur noch zurück.
I don’t think so. Es gibt heute genügend Studien, die beweisen, dass wir bis ins hohe Alter fähig sind Neues zu lernen. Den Verfall von Zellen kann man nicht aufhalten, aber man kann Neue bauen. Neue Zellbahnen können gelegt werden und bestehende verbessert werden. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass neue Hirnzellen nur bis ins Teenageralter gebildet werden. Heute weiß man, dass neue Hirnzellen immer und überall entstehen können. Instandhaltung ist das Zauberwort! Wie kann man also sein Gehirn hegen und pflegen, so dass neue schicke Zellen angelegt werden und wir neues Wissen abspeichern können? Frau Vera F. Birkenbihl († 3. Dezember 2011),  Zeit ihres Lebens Expertin für gehirngerechtes Lernen, sah die Lösung in der Motivation. Kinder lernen mit Spaß am besten. Wenn etwas Spaß macht, dann trainieren und üben Kinder gern und werden so immer besser.  Als Erwachsene sollten wir also auch auf unsere Freude hören (also mal wieder Ponyhofmethode). Wenn uns etwas Spaß macht, lernen wir wie von selbst – wie Kinder.

Das ist wäre ja zu schön, um wahr zu sein

Ein ganz hartnäckiger und fataler Glaubenssatz! Ich weiß nicht genau wer uns das eingebrockt hat, aber es scheint, dass wir bei besonders tollen, großen, schönen Ereignissen im Leben oder Wünschen meinen, dass diese gar nicht wahr sein können, weil sie zu toll sind. WTF?
Warum haben wir solch ein Bild der Realität? Warum können kleine Wunder nicht passieren? Warum demotivieren wir uns selbst schon bevor etwas passiert ist damit, dass wir uns selbst sagen, dass unser erhofftes Ergebnis eigentlich gar nicht möglich ist?
Ich möchte dich bitten den Impuls so zu denken beim nächsten Mal, wenn sich der Glaubenssatz einschleicht, zu unterdrücken. Gehe zur Abwechslung mal davon aus, dass all das was du dir wünschst wirklich möglich ist. Das das Leben es gut mit dir meint und dir vielleicht ein wundervolles Geschenk machen möchte. Schon die innere Einstellung, die die Möglichkeit eines kleinen Wunders einräumt, kann es vielleicht möglich machen oder zumindest möglicher. Denn nun stehst du nicht mehr mit deinem Glaubenssatz im Weg 🙂

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