Du bist gerade nicht nicht so glücklich? Irgendwas stresst dich? Bringt dich zum grübeln?
Herzlichen Glückwunsch!

Ja das meine ich ganz ernst. Wenn mir jemand erzählt, dass gerade irgendwas nicht stimmt, freue ich mich immer sehr. Das hört sich jetzt sehr absurd an, wenn man das so liest, aber es ist so. Das sind die spannensten Momente.

Auf einmal geht wieder alles, die Grenzen sind offener und wir befreien uns von so manchem „ich muss“ oder „das geht nicht“, weil wir einfach nicht anders können. Es sind diese Momente, die in uns eine Kraft freisetzen mit der wir die Chance haben alles zu verändern, was uns nicht mehr gefällt oder nicht mehr gut tut. Deshalb nochmal ganz herzlichen Glückwunsch zum unglücklich sein.

Du bist gerade an einem Punkt, an dem du wirkliche, echte Veränderungen in dein Leben bringen kannst. Denn sein wir mal ehrlich, wenn alles läuft ändern wir meistens nur unsere Lieblingseissorte oder den Drink, den wir am Abend mit unseren Freunden genießen (wenn überhaupt). So sieht es aus und das macht auch total Sinn. Warum sollten wir etwas ändern, wenn alles gut läuft?!?

Aber wie geht es jetzt weiter? Was kannst du tun, um deine Energie gut zu nutzen? Wo fängt man an?

In diesem Artikel findest du einige Tipps, wie du einen Prozess beginnen kannst.

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1. Klarheit schaffen

Um zu verstehen, wo wir gerade sind und wie wir die Situation ändern können, hilft es zu verstehen, dass das Unglücklichsein und das Glücklichsein nicht das Gegenteil von einander sind.
Kognitionswissenschaftlerin Nancy Etcoff hat herausgefunden, dass Glücklichsein lediglich das Gegenteil von Nichtglücklichsein. Demnach ist in ihrer Theorie auch das Unglücklichsein nur das Gegenteil von Nichtunglücklichsein.
Das hört sich einen Moment lang verwirrend an, aber denken wir kurz darüber nach: Wenn wir unglücklich sind, können wir verschiedene Dinge tun dies zu ändern. Wenn wir die Faktoren abschaffen die uns unglücklich machen sind wir aber nicht automatisch glücklich. Nehmen wir ein Beispiel: Du hast eine schwere Zeit bei der Arbeit. Keine Erfolgserlebnisse und tägliche Missverständnisse machen dich unglücklich. Als Konsequenz kannst du das Gespräch suchen, zu einem Vorgesetzten gehen oder den Job verlassen. Alle drei Maßnahmen werden dich aber nicht sofort glücklich machen und fröhlich durch die Gegend springen lassen. Wahrscheinlich wird nach der Klärung der Situation eine Erleichterung eintreten, d.h. du bist nicht mehr unglücklich.
Zum Glücklichsein brauchen wir einen anderen Maßstab. Und zwar einen bei dem die Währung das gefühlte Glück ist und nicht das gefühlte Unglück.

2. Bestandsaufnahme

In Momenten des Unglücklichseins kommt es uns so vor, als wäre alles schlecht. Das ist natürlich Quatsch. In diesen Zeiten sind wir emotional, fühlen uns schwach und nicht selten ungerecht behandelt. All diese Emotionen legen sich wie Nebel über unsere klare Sicht der Dinge. Das Einzige, was da hilft ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Überlege und schreibe auf was es ist, das dich unglücklich macht. So ist es erstmal aus dem Kopf und es wird konkreter. Der erste Schritt, um Lösungen zu finden ist getan.

3. Höre auf Andere verantwortlich zu machen

Nun hast du deine Liste von Dingen, die dich in deinem Leben stören oder die zumindest einen Aspekt haben, der dich unglücklich macht. Und nun? Schau dir deine List mal etwas genauer an und überlege ganz genau – wo mache ich Andere für eine Situation, die mich stört verantwortlich? Wir alle geben anderen an manchen Dingen die schuld. Nach dem Motto „wenn er/ sie/ es anders wäre oder sich anders verhalten würde, dann wäre alles ganz anders“. So kannst du aber nichts ändern und da du ja schon den ersten Schritt gemacht hast, um etwas zu ändern, wäre es doch schade es jetzt einfach dabei zu belassen, dass jemand anders an unserem gefühlten Nichtglücklichsein schuld ist, oder ?! Wie der berühmte Lifecoach Tony Robbins immer wieder betont, schnellt nämlich unser gefühltes Nichtglücklich sein stark in die Höhe, sobald wir uns hilflos oder nicht im Stande selbst etwas zu ändern fühlen. Der Trick ist also Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen. Du allein kannst entscheiden, was du tun willst oder ob du etwas ändern möchtest. Diese neue Sichtweise stärkt dein Selbstbewusstsein und gibt dir deine Kraft und Energie zurück.

4. Finde raus was dir Spaß macht

Als Kinder ist unser wichtigstes Entscheidungskriterium etwas zu tun „macht es Spaß?“ Und da wir Erwachsenen heutzutage uns ja eh nicht so recht erwachsen (was immer das ist) fühlen, plädiere ich dafür – lasst uns die guten Dinge aus der Kindheit mit der Gegenwart verbinden. Um jeden Tag etwas mehr gefühltes Glück im Leben zu haben, stelle dir einfach öfter mal die Frage – macht es Spaß? Denn das ist ein wesentlicher Teil unserer Motivation Dinge zu tun. Zum Beispiel Sport – wenn wir immer nur zum Sport gehen, weil wir denken „ich muss noch zum Sport“, wird das uns wahrscheinlich auf lange Sicht nicht motivieren. Entweder gehen wir dann irgendwann immer seltener zum Sport oder wir erleben es als Pflichtveranstaltung bei der wir uns nicht entspannen können. Ich habe die Theorie, dass eine Aktion, die uns Spaß macht, uns Energie gibt. Selbst wenn wir uns körperlich auspowern, sind wir dennoch aufgeladen und entspannt. Wobei wir völlig erschöpft sind, wenn wir eine Aktion aus reinem Pflichtbewusstsein durchziehen.

Natürlich müssen wir manche Dinge tun, die wir vielleicht nicht unbedingt nur als Spaß sehen können z.B. Arbeit, mit dem Hund raus, aufräumen, etc. Was hier helfen kann ist ein bewussterer Umgang mit den Dingen. Wir können uns fragen „wie würde mir die Arbeit mehr Spaß machen?“ oder „wie macht mir aufräumen am meisten Spaß?“. Allein bei diesem offenen Nachdenken, formt sich im besten Fall schon langsam eine andere Einstellung. Denn wir haben in unserer Kultur gelernt, dass Pflichten keinen Spaß machen. Also kann eine Pflicht, die Spaß macht eigentlich keine Pflicht mehr sein 😉

5. Do-it-yourself-Lifedesign

Nun zurück zu deiner Liste des Unglücklichseins. Die Dinge sind auf Papier. Du hast ganz konkret formuliert, was es ist, das dich stört. Daran etwas zu ändern wird dir also ganz sicher viel bringen. Um aber nicht nur von Unglücklichsein mit der Situation zum nicht Unglücklichsein mit der Situation zu kommen, müssen wir zu unserem Wundermittel aus der Kindheit greifen – wie wir uns gerade erinnert haben – der Spaß. Jetzt kommt die Challenge. Denn es ist eine Sache sich zu überlegen, wie das aufräumen mehr Spaß machen kann, aber eine völlig andere wie man mehr Spaß auf der Arbeit oder in seiner Partnerschaft haben kann. Die Dinge die auf deiner Liste stehen machen dich ja nicht unglücklich nur weil sie existieren. Es sei denn du hast „Atombombe“ aufgeschrieben. Ansonsten sind es oft Dinge oder Situationen, die mit vielen Emotionen und Verletzungen beladen sind. Hier bedarf es wirklich eine bewusste Auseinandersetzung mit den Themen und Zeit. Zu verstehen was uns unglücklich macht ist also der erste Schritt. Dann zu schauen, wie man eine positive Änderung und mehr Spaß aus seiner eigenen Verantwortung und Kraft herbeiführen kann, das ist es was alle nächsten Schritte ausmacht. Deine Schritte zum Glücklichsein.

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