„Sollte es zu einem Druckabfall in der Kabine kommen, öffnet sich eine Deckenklappe über Ihnen und Sauerstoffmasken kommen zum Vorschein. In diesem Fall ziehen Sie eine Maske schnell zu sich heran und platzieren diese fest auf Mund und Nase. Danach helfen Sie Kindern und hilfsbedürftigen Personen.“ Dieser Satz war mir lange ein Rätsel. Jedes Mal, wenn ich in einem Flugzeug saß, brachte mich dieser Satz zum nachdenken. Meine erste Lösung für mein Unverständnis war „das müssen die bestimmt aus Haftungsgründen sagen, aber wenn echt ein Kind neben dir sitzt, dann kannst du doch nicht zuerst dir selbst helfen und das Kind da sitzen lassen“. Klar ist das eine gut gemeinte Regel, aber wie würde man reagieren im Ernstfall? Würde man sich an diese Regel halten? Würde man das Kind neben sich warten lassen und sich zuerst um sich selbst kümmern?

Unsere eigenen, seltsamen Regeln

Es gibt viele Regeln, die wir für uns selbst haben. Viele davon basieren auf Glaubenssätzen, über die wir uns oft nicht bewusst sind. (Siehe Blogeintrag „Glaubenssätze und ihre Folgen“). Nach einigen Flügen, bei denen ich immer wieder aufhorchen musste beim „erst danach helfen Sie Kindern und hilfsbedürftigen Personen“, habe ich die Regel schließlich verstanden – und auch warum diese Regel für mich so schwer zu verstehen war. Mein Glaubenssatz war „Du darfst nicht egoistisch sein“. In der hypothetischen Situation eines Druckabfalles im Flugzeug, brachte mich dieser Glaubenssatz an meine Grenzen. Nun habe ich es verstanden und bin endlich gewappnet für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreffen wird.

Diese kleine Einleitung soll zeigen, wo unsere Probleme liegen können, wenn es an uns selbst geht. Um anderen „helfen“ zu können, müssen wir zuerst uns selbst helfen. Aber auch um andere mit unserer Art oder unserer Arbeit zu bereichern, müssen wir uns zuerst selbst bereichern, indem wir uns selbst mit den nötigen Feingefühl und Liebe behandeln.

Es ist so einfach…und doch so schwer… Es gibt unzählige Beispiele von Menschen, die total tolle Sachen für andere Menschen machen, aber selbst nicht nach Hilfe fragen. Die, auf die man sich immer verlassen kann, die aber versuchen niemandem zur Last zu fallen. Und genau diese Menschen sind es für die die Sicherheitsansage im Flugzeug interessant sein könnte. Denn bevor man sich nicht selbst etwas gönnt, etwas empfangen kann, kann man auch nicht geben, ohne sich dabei auszulaugen und zu stressen.

Geben sollte immer aus der Fülle kommen

Um wirklich zu bereichern, sollte man auf etwas zurückgreifen können. Wer sich bildlich gesprochen zuerst die Sauerstoffmaske aufgesetzt hat, kann so dem Kind neben sich helfen, ohne dass er oder sie sich dabei selbst in Gefahr bringt. Und theoretisch geht da noch viel mehr. Denn ist es nicht möglich, dass man sogar mehreren Menschen hilft, wenn man erstmal die Sauerstoffmaske aufgesetzt hat? Aber klar! Natürlich gibt es Grenzen, aber wer sich um sich selbst gut kümmert, kann viele Menschen bereichern oder sogar helfen.

Das, was dir dieser Beitrag mitgeben soll ist die Bestätigung, dass es gut ist – auf allen Ebenen – sich um sich selbst zu kümmern und sich selbst zuerst zu helfen. Danach geht so viel mehr, soviel einfacher.

Take care 🙂

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